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Samstag, Juli 19th, 2008 | Author: Robert

Nach langer Zeit habe ich es jetzt endlich geschafft meinen Spaziergang über den Waldfriedhof in München zu machen. Liegt der doch quasi vor meiner Haustür. Neben dem obligatorischen Wikipedia-Artikel gibt es noch eine Seite der Stadt München mit einem virtuellen Spaziergang und den Spaziergang mit Stationen und eingezeichneter Wegstrecke auf einer Übersichtskarte des Waldfriedhofs. Wer Lust hat auch einmal vorbeizuschauen sollte sich den unbedingt ausdrucken denn sonst ist man schnell ziemlich verloren :-) Nun aber zu den Bildern (einfach auf ein Bild klicken für eine größere Ansicht).

Die Cirkus-Krone Gruft

Was man auf den Bildern nicht so deutlich sieht ist das sich der Elefant auch außen am Gebäude wiederholt. Insgesamt finde ich diese Gruft sehr schön und überhaupt nicht traurig. Im Gegenteil. Wohl vor allem durch die Symbolik der Elefanten strahlt dieser Bau zwar Würde aus aber keine Reue oder Vergänglichkeit. Zumindest geht es mir so.

Grabmal von Paul von Heyse

Das wohl größte Grabmal das ich zu sehen bekam war das des Dichterfürsten Paul Heyse. Ich denke das man hier, stellvertretend für viele andere Gräber, die Unterschiede in der Gestaltung im Wandel der Zeit sehen kann. Während die älteren Gräber, wie das von Paul Heyse, streng und düster sind und auch etwas darauf aus sind zu protzen / zu beeindrucken sind die jüngeren Gräber eher bescheidener oder persönlicher gestaltet.

Familiengrab von Stuck

Das Grab des “Malerfürsten” Franz von Stuckzeigt wohl einen Leichenzug. Zumindest fällt mir spontan keine bessere Deutung ein. Münchnern dürfte in jedem Fall die von Franz von Stuck selbst entworfene Villa Stuck (Wikipedia) ein Begriff sein in der sich heute ein Museum befindet. Ein Besuch lohnt auch dort. Neben oft sehr interessanten Ausstellungen ist das Gebäude selbst sehr schön. Darüber hinaus lädt ein Kaffee in der Eingangshalle und im Innenhof durchaus zum verweilen ein :-)

Grab von von Michael Ende

Besonders beeindruckt, und auch interessiert, hat mich das Grab von Michael Ende. Seine Bücher sind ein fester Teil meiner Kindheit. Ich erinnere mich noch sehr gut daran wie mir meine Eltern am Abend aus “Momo”, “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivfüher” oder, aus seinem wohl berühmtesten Werk, “Die unendliche Geschichte” vorgelesen haben. Besonders gefallen hat mir hier die Darstellung von Cassiopeia der Schildkröte aus Momo mit dem Spruch auf dem Rücken. Ah ja, in wenigstens einem Punkt stimme ich wohl mit Michael Ende überein: Die Verfilmungen von “Momo” und “Die unendliche Geschichte” sind schlecht. Sie ersetzen in keiner Weise die Bücher! Wer die Bücher also noch nicht gelesen hat – nachholen! Lohnt sich auch für große Kinder :-)

Geschlechtertrennung im Kirchendienst – Auch über den Tod hinaus

In diesem Bereich sind männliche Kirchendiener (oder Kirchenangehörige) begraben. Auffällig ist hier die Anordnung der Gräber sowie der Grabschmuck. Die Belegung ist ziemlich gemischt. Neben dem Namen steht auf jedem Kreuz auch der Titel (mit denen ich mich nicht auskenne).

Quasi direkt daneben sind die weiblichen Kirchenangehörigen begraben. In der Beschreibung aus dem Spaziergang durch den Waldfriedhof wird diese Stelle als “Schwesterngräber” beschrieben. Interessant fand ich hier auch das Fehlen eines Protz-Baus wie bei den Männern sowie das Symbol des Auges im Dreieck auf den Kreuzen. Ich muss wohl doch noch mal etwas recherchieren denn wenn mich nicht alles täuscht hatte ich dieses Symbol in etwas anderer Form nur bei Verschwörungstheorien gesehen. Anscheinend hat es wohl doch noch eine andere Bedeutung.

Sinnsprüche

Mir sind zwei Gräber mit Sinnsprüchen aufgefallen die mir zusagen (es gibt bestimmt noch viel mehr). Besonders die auf dem zweiten (rechtes Bild) passen sehr gut zueinander. Wenn es denn nur so einfach wäre dies umzusetzen. Es wäre interessant zu wissen ob es denen, welche dort begraben liegen, zu Ihren Lebzeiten wenigstens annähernd gelungen ist das umzusetzen.

Impressionen / weitere Gräber

Wie man vielleicht auf obigen Bildern sieht lohnt sich der Spaziergang durch den Waldfriedhof nicht nur wegen der berühmter Leute welche ich oben aufgeführt habe sondern auch wegen der Atmosphäre insgesamt.

Category: München  | 6 Comments
Dienstag, Juli 08th, 2008 | Author: Robert

Gerade zu mir finde ich passt dieses Zitat sehr gut:

“Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zur Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei.”
Georg Christoph Lichtenberg

Wer von Lichtenberg bisher noch nichts gehört hat dem kann ich nur empfehlen sich die folgenden Links einmal näher anzusehen:

- Eintrag bei Wikipedia
- Ausgewählte Schriften

Ich hatte das Glück bei einem Gästeabend der Hannoverschen Freimaurerloge “Friedrich zum weißen Pferde” dabei sein zu dürfen auf dem ein Mitglied der Lichtenberg-Gesellschaft einen Vortrag hielt. Ohne diesen Vortrag wäre wohl auch ich nicht über Lichtenberg gestolpert. Während mich seine Wissenschaftlichen Betrachtungen eigentlich weniger interessieren ist das, was in den sogenannten Sudelbüchern zusammengefasst ist, um so interessanter.