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Montag, Januar 23rd, 2012 | Author:

Manchmal habe ich das Gefühl das ich meinen Fernseher öfter abstaube als anschalte aber ab und an passiert es dann doch. So passiert mit einer Folge der Serie Two And A Half Men in der es darum ging das eine der zahlreichen ehemaligen Bettgespielinnen von Charlie eine Homepage erstellt hat auf der sich weitere “Opfer” verewigen können. Der Supergau für Charlie.

Vor einiger Zeit traf ich dann eine bestimmte Freundin wieder und es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Ich brauche eine solche Homepage für Sie!

Höre ich da jemanden sagen das sei unfair? Nun, ich weiss nicht ob ich es jemals wirklich machen werde aber alleine Ihr damit zu drohen und auszumalen wie ich sie gestalten würde hat schon zu so viel Spass auf meiner Seite geführt das die Idee sich schon gelohnt hat. Ich habe den Gedanken noch nicht ganz aufgegeben … mal sehen was dabei herauskommt.

PS: Ja, auch dieser Beitrag hat damit zu tun da ich weiss das sie demnächst zum ersten mal auf diesem Blog hier vorbeisehen wird. Von daher: Herzlich Willkommen ….

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Dienstag, Januar 17th, 2012 | Author:

Die Süddeutsche Zeitung hat heute in Ihrem Artikel “Frauen und Kinder zuerst – ein Mythos” die Entstehung dieser Aussage beleuchtet. So interessant dessen Entstehungsgeschichte auch ist – viel interessanter ist die Geschlechterdiskussion die sich daraus ergibt. Die Kommentare zum Artikel sind durchaus lesenswert.

Wie im Artikel beschrieben existiert keine Vorgabe eine bestimmte Gruppe vorrangig zu evakuieren und dies ist gut so da hier selbst die kleinste Differenzierung zu einer Entscheidung über Leben und Tod von Menschen wird. Und doch ist in unserem kollektiven Gedächtnis, dank Rollenbildern, Büchern und Filmen, dieser Ausspruch verankert:

Frauen und Kinder zuerst.

Wenn man diese Aussage betrachtet kann man das nur fiktiv tun. Denn wie oben beschrieben existieren keinerlei rechtliche Regelungen. Doch was würde es bedeuten diesen Satz ernst zu nehmen? Gibt es Fakten die eine solche Sicht begünstigen würden? Genau darum geht es mir hier.

Der Gedanke dahinter scheint zu sein das man die schwächeren zuerst evakuiert aufgrund ihrer Überlebenschancen. Während einem dies bei Kindern sofort einleuchtend erscheint sieht die Sache bei Frauen ganz anders aus. Der Satz unterstellt hier, ganz im Einklang mit den sexistischen Rollenbildern seiner Zeit, das die Frau geringere Überlebenschancen hätte da sie schwächer wäre. Natürlich könnte, ebenfalls passend zum Rollenbild, davon ausgegangen werden das die Mutter wichtiger wäre als der Vater – sofern Kinder vorhanden sind. Doch diese Unterscheidung macht der Satz nicht. Doch was sagen denn die Fakten dazu?

Unterkühlung

Ich habe ein wenig recherchiert und bin über ein Referat zum Thema gestolpert das in der Zeitschrift International Journal of Aquatic Research and Education im Jahr 2008 erschien. Das Referat ist online verfügbar: “Drowning Survival in Icy Water: A Review“. Autoren sind Stathis Avramidis und Ronald Butterly.

Im Referat werden Studien genannt welche das, anscheinend offensichtliche, bestätigen: Kinder sind die Schwächeren und haben geringere Chancen eine solche Situation unbeschadet zu überleben.

Bei Erwachsenen sieht es dagegen doch schon anders aus. Das Referat enthält hierzu folgenden Satz:

Differences in drowning rates do exist between the sexes. Specifically, males have a higher incidence of drowning across all age groups, as compared with females (Lindholm & Steensberg, 2000; Nieves, Buttacovoli, Fuller, Clarke, & Schimpf, 1996; Yamamoto, Yee, Mathews, & Wiebe, 1992).

Sind die genannten Studien richtig und das Referat nicht einseitig so ist also davon auszugehen das die eigentlich schwachen in einer solchen Situation die Männer sind. Müsste der Satz, auf die Unterkühlung bezogen, dann eigentlich lauten:

Männer und Kinder zuerst

Nichtschwimmer

Doch ist die Unterkühlung ja nicht das einzige Problem. Wie sieht es denn mit dem Schwimmen an und für sich aus? Hierzu hat der DLRG die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht welche er beim Kölner Institut TNS Emnid in Auftrag gegeben hatte. Die Befragung enthält hierzu folgenden Absatz:

Deutlicher ist der Unterschied, wenn wir uns die Schwimmfähigkeit bei Männern und Frauen betrachten: 82 % der Männer  bezeichnen sich als “Schwimmer”, aber nur 71,8 % der Frauen. Die ?Risikogruppe? ist beim weiblichen Geschlecht signifikant  größer als bei den Männern. Dass bei den Ertrinkungsfällen die meisten Opfer aber Männer sind, hat aus unserer Sicht zwei Gründe:

  1. Frauen schätzen ihre Leistungsfähigkeit offenbar besser ein und
  2. Sie gehen weniger Schwimmen und sind nicht so risikobereit.

Inwiefern nun durch die zwei zuletzt genannten Punkte, in Verbindung mit der größeren Anzahl an ertrunkenen Männern, die statistischen Unterschiede wieder aufheben kann ich nicht sagen. Der DLRG scheint jedenfalls dazu zu tendieren. Also kann man den Anteil der Nichtschwimmer je Geschlecht für diese Betrachtung hier wohl ausschließen. Meinem Schema folgend, bezogen auf die Schwimmfähigkeit, würde der Satz lauten

Alle Geschlechter und Kinder zuerst.

Verhalten in Extremsituationen

Hierzu habe ich den Stern-Artikel “Was der Untergang der Titanic über menschliches Verhalten verrät” gefunden. Darin werden die Ergebnisse der Studie “Interaction of natural survival instincts and internalized social norms exploring the Titanic and Lusitania disatsters” von Bruno S. Frey, David A. Savage und Benno Torgler dargestellt. Im Ergebnis stellt die Studie fest das beim Untergang der Titanic Frauen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren eine um 48% höhere Überlebenschance hatten als Männer. Während beim Untergang der Lusitania in der gleichen Altersgruppe nur noch eine um 2,5 % höhere Überlebenschance hatten. Die Forscher führen diese Unterschiede hauptsächlich auf zwei Faktoren zurück:

  1. Auf der Titanic wurde die Regel “Frauen und Kinder zuerst” von der Besatzung umgesetzt und von den Passagieren akzeptiert. Was auf der Lusitania nicht der Fall war.
  2. Die Lusitania ging viel schneller unter als die Titanic (weniger als 18 Minuten) was zu einem höheren Wettbewerb ums Überleben führte.

Die Studie ergibt für Menschen zwischen 16 und 35 eine generell höhere Überlebenschance. Sie zeigt aber auch sehr deutlich das in einer Extremsituation wie der Lusitania und ohne Umsetzung der “Frauen und Kinder zuerst”-Regel die Unterschiede geringer ausfallen.

Getreu dem Schema dieses Beitrages müsste bezogen auf Extremsituationen die Regel dann wie folgt lauten:

Alte und Kinder zuerst.

Vorläufiges Fazit

Es war sehr interessant das alles zu recherchieren aber jetzt geht mir die Zeit aus. Was kommt denn nun dabei heraus? Ich denke man kann sagen das die Diskriminierung der Frau als das schwächere Geschlecht sich hier nicht ableiten lässte (eher sogar im Gegenteil) und das rein aus diesen faktischen Gesichtspunkten die Regel keinen Bestand haben kann denn bisher waren in keinem Bereich die Frauen benachteiligt – im Gegenteil. Die Ursachen scheinen also in den Rollenbildern zu liegen.

 

Category: Nachdenkliches  |  4 Comments