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Freitag, September 06th, 2013 | Author:

By: Phil and Pam Gradwell (to be)


Ich nehme einmal den Heise News Artikel Berlin Music Week: Indies in der Streaming-Falle zum Anlaß einen Punkt zur Sprache zu bringen der meiner Ansicht nach in der Diskussion nicht berücksichtigt wird.

In jüngerer Vergangenheit erschienen mehrere Artikel in verschiedensten Medien (Heise News – siehe oben, Spiegel, Süddeutsche Zeitung …) die alle lediglich Künstler und Vertreter der Musikindustrie zu Wort kommen lassen. Und: Alle, in jedem dieser Artikel, beklagen die zu geringe Ausschüttung pro Stream. Fast in allen Artikeln werden Zahlen genannt und, ebenso in fast allen Artikeln, werden Vergleiche mit der CD nahgelegt.

Der Denkfehler

Hier liegt meiner Ansicht nach jedoch der Denkfehler. Ein Stream (einmaliges Abspielen eines Musikstücks über eine Internetverbindung) ist einfach nicht vergleichbar mit dem Kauf einer CD oder MP3. Der Hauptsächliche Unterschied ist doch der das ich bei der CD oder MP3 ein einziges mal bezahle – unabhängig davon wie oft ich das jeweilige Musikstück höre während beim Stream jedes mal bezahlt wird. Also, wenn man so will, bezahle hören so oft ich will auf einmal pauschal gegen bezahle jedes mal wenn ich höre. Das Eine ist kurzfristig (dieses Jahr so und so viel davon verkauft) das andere langfristig zu bewerten (im laufe meines Lebens so und so oft gehört).

Es ist klar, das beim Wechsel des Geschäftsmodells von kurzfristiger einmaliger Bezahlung zu langfristiger, öfterer Bezahlung erst einmal aktuell weniger Einnahmen in der Jahresbilanz stehen. Ob dies jedoch in der Summe auf Dauer der Fall ist wage ich zu bezweifeln. Erfahrung mit langfristiger Vergütung pro Abspielen müssten Musiker doch alleine aufgrund der Verwertungsgesellschaften (Gema) haben – allerdings bei Streaming ohne undurchsichtigen Verteilungsschlüssel sondern direkt. Dazu kommt das auch die Streaming-Dienste trotz aller Erfolgszahlen auf die gesamte Bevölkerung / Musiknutzung gesehen noch in den Kinderschuhen stecken und einen recht geringen Anteil abdecken – nimmt man nur die Abo-Kunden. Auch aus diesem Grund ist es meiner Ansicht nach noch zu früh für eine abschließende Bewertung.

Wieviel Musik hören wir?

Doch wie sieht das nun konkret aus? Da ich leider keine verlässlichen Zahlen über die Musiknutzung des durchschnittlichen Bürgers (wie oft hört er das selbe Lied im Jahr / in seinem Leben) bekommen konnte hier ein Auszug aus dem Beitrag Musiknutzung des Bundesverbandes der Musikindustrie:

Laut der Media Analyse, der halbjährlich publizierten Leitstudie zum Radiomarkt, hat die Zeit, in der Personen auf Tonträgern oder MP3-Playern selbst ausgewählte Musik hören, in den letzten sieben Jahren um 46 Prozent zugenommen und liegt damit statt der 24 Minuten pro Tag im Jahr 2003 inzwischen bei 33 Minuten pro Tag. Die nur im 5-Jahres-Rhythmus durchgeführte Langzeitstudie Massenkommunikation von ARD und ZDF kommt seit 1995 mit einem Anstieg von 14 auf 35 Minuten sogar auf eine Veränderungsrate von über 150 Prozent.

Berücksichtigt man das die genannte Studie 10 Jahre alt ist und die Zahlen eine Steigerung vermuten lassen wären die Zahlen wohl noch höher aber ich bleibe einmal bei den genannten 33 Minuten.

Geht man von einer durschnittlichen Länge von 4 Minuten pro Lied aus (Studie Probability Distribution of Song length in a Collection of Itunes libraries) so bedeutet das pro Tag 8,25 Lieder. Im Monat 231 Lieder und im Jahr 3011,25 Lieder.

Wieviel geben wir für Musik aus?

Nach der Studie Average music spending ‚£21,000‘ im Auftrag der BBC gibt jeder von uns im Schnitt 21 £ (~ 25 €) pro Monat für Musik aus (darin ist alles enthalten also auch Konzerte, Diskothekenbesuche etc.). Laut dem IFPI Digital Music Report 2013 machen Streamingdienste 10 % des Umsatzes aus – also 2,50 € im Monat an persönlichen Ausgaben.

Was schütten Streamingdienste aus?

Laut Angaben in den o.g. Artikeln schütten Streamingdienste um die 80 % ihrer Einnahmen aus. Die Höhe der Ausschüttung pro Stream unterscheidet sich hierbei von Lied zu Lied und ist bei einigen Streamingdiensten (z.Bsp. Spotify) davon abhängig ob der Hörer über ein Abo verfügt oder werbefinanziert lauscht. Je nachdem welchen der o.g. Artikel man liest bewegt sich die Ausschüttung pro Stream um die 0,0035 €. Allerdings sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen da sie ausschließlich von Menschen geliefert wurden die damit ihre Argumentation das die Ausschüttung zu gering wäre stützen wollten. Das heisst das diese Beträge wahrscheinlich das Minimum sind und oft mehr ausgeschüttet wird. Belastbare Zahlen (z.Bsp. von den Anbietern selbst) gibt es leider nicht / habe ich nicht finden können.

Vergleich mit Radio-Ausstrahlung

In einem der Artikel wird die Ausstrahlung eines Liedes durch die BBC als Beispiel genannt, welche dem Künstler 59,73 GBP (70,97 €) brächte. Auch hier sind die Zahlen wieder mit Vorsicht zu genießen da sie dazu dienen sollen aufzuzeigen wieviel mehr dort verdient würde. Sieht man sich nach Zahlen um in welcher Höhe die Gema hierzulande Ausstrahlungen im Radio an den Künstler ausschüttet kommt man auf wesentlich niedrigere Beträge zwischen 1,00 € und 15,00 € pro abspielen im Radio (z.Bsp. im recording.de Forum).

Laut dem Artikel RAJAR: BBC Radio listening highest for three years erreicht der populärste BBC-Sender Radio 1 7,16 Millionen Hörer in der Woche und der BBC Audience Information Report nennt folgende Zahlen:

68 per cent of UK adults 15+ (35 million) consume at least 15 minutes of BBC Radio in an average week (the highest figureon record) and listeners spend over 16 and a half hours on average per week listening to BBC Radio

Das heisst, Milchmädchenrechnung, wenn 7,16 Millionen Menschen in der Woche Radio 1 hören und der durschnittliche Höhrer 16,5 Stunden in der Woche hört dann ergibt Anzahl der Höhrer im Schnitt folgendes:
Anzahl Stunden in der Woche 7 * 24 = 168 Stunden
Anzahl Stunden pro Woche 168 / 100 = 1,68 Stunden == 1 %
Durschnittliche Höhrdauer 16,5 Stunden / 1,68 Stunden = 9,82 % der Höhrer pro Stunde in der Woche
(Gesamt Höhrer in der Woche 7,16 Millionen / 100) * Höhrer pro Stunde 9,82 % = 703.112 Höhrer in einer beliebigen Stunde im Durschschnitt
Höhrer im Durschnitt in der Stunde 703.112 * minimale Ausschüttung Streaming 0,0035 € = 2.460,90 € Ausschüttung Streaming bei gleicher Höhrerzahl (ausgehend von 1 stream = 1 Höhrer) pro Lied

Das heisst, das der Artikel aus meiner Sicht heraus irreführend ist, denn die Ausschüttung beim Streaming wäre bei gleicher Höhrerzahl um tausendfaches höher.

Vergleich zur CD / MP3

Auch wenn man es schwer bis gar nicht vergleichen kann, wie oben geschildert, hier doch ein kleiner Vergleich. Wenn ich eine MP3 bei iTunes für 99 Cent kaufe dann kann ich die, theoretisch, mein leben lang anhören so oft ich will. Rechnet man das um auf die genannten minimalen Streamingdienst-Ausschüttungen von 0,0035 Cent dann dürfte ich das Lied per Streaming 282,86 mal anhören. Ich glaube getrost sagen zu können das ich das bei vielen Liedern sehr schnell toppe.

Fazit

Ich weiss nicht was hinter den medialen Jammer-Artikeln in den Medien steckt. Machen viele hier einen Denkfehler? Denken alle nur kurfristig? Oder haben wir hier eine von den Medien unterstützte Kampagne die uns mehr Geld aus den Taschen ziehen soll? Ich vermute fast letzteres denn die oben angeführten Artikel entsprechen in keiner Weise dem was man objektiven Journalismus nennen könnte da sie die Sachen äusserst einseitig behandeln.

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Freitag, August 09th, 2013 | Author:

By: Tax Credits

Wie die Seite Russia Today in ihrem Artikel $700k windfall: Russian man outwits bank with hand-written credit contract beschreibt hat ein russischer Geschäftsmann einfach mal eben die Geschäftsbedingungen seines Kreditkartenvertrages angepasst (keine Gebühren, unendlicher Kredit usw.). Nachdem die Bank den Vertrag nun gekündigt hat bekam er vor Gericht recht und musste lediglich die getätigten Ausgaben begleichen.

Doch damit nicht genug. Im Anschluss an das gewonnene Verfahren hat er die Bank wegen Verletzung der Geschäftsbedingungen aufgrund seiner angepassten Bedingungen verklagt. Diese enthielten nämlich Angaben zu Zahlungen der Bank bei Kündigung oder Verstoß. Insgesamt beläuft sich die Klage wohl auf umgerechnet 727.000 Dollar.

Leider bin ich kein Rechtsanwalt und habe auch keinen im Bekanntenkreis der das beurteilen könnte. Allerdings wäre ich mir nicht so sicher ob so etwas in Deutschland nicht auch möglich wäre, denn genausowenig wie ich aus einem Vertrag herauskomme weil ich sage ich hätte die AGB nicht gelesen dürfte auch bei uns die Bank nicht so ohne weiteres aus dem Vertrag kommen.

Ich habe den Link mal an Udo Vetter vom law blog weitergeleitet und wer weiss, vielleicht kann man ja bald etwas darüber dort lesen. Allerdings würde ich auch verstehen wenn er nichts dazu schreibt denn man könnte das ganze dann durchaus auch als Anleitung für eigene Vertragsabschlüsse betrachten. Oder er hat schlichtweg keine Zeit 🙂

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Montag, Februar 25th, 2013 | Author:

Ich werde einen Hund bekommen. Er ist jetzt 8 Wochen alt und noch bei der Züchterin aber am 23. März kommt er dann zu mir. Hier aber jetzt ein paar Bilder:

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Mittwoch, März 07th, 2012 | Author:

Gerade eben bin ich über einen Blog-Beitrag gestolpert bei dem ich ein Dejavu hatte. Er enthält einige der Elemente der feministischen Rhetorik an denen ich schon des Öfteren Diskussionen scheitern sah. Allerdings ist diese nicht neu sondern ein recht alter Hut. Diese Art der Rhetorik hat nicht die Diskussion oder die konstruktive Zusammenarbeit zum Ziel sondern die alleinige und blinde Durchsetzung eigener Ziele. Rhetorik dieser Art disqualifiziert die Ausübenden von vornherein als ernstzunehmende Gesprächspartner. Sie sollte, wie andere rhetorische Taktiken, erkannt und vor allem in politischer Diskussion / Arbeit geächtet und unterbunden werden.

Doch nun der Link zum Blog-Eintrag

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Montag, August 29th, 2011 | Author:

Gerade bei Sven K. wiedergefunden. Hört sich ein wenig so an wie die Serien-Emails oder heute reinkopierte Standardratschläge in sozialen Netzen. Allerdings ist es ab und an ganz gut wieder daran erinnert zu werden.

Sonnenschutz , benutzen Sie Sonnencreme Dieter Brandecker

Ich kopiere hier einfach mal frech was Sven zur Historie schreibt und ergänze es um ein paar Links:

Text: Mary Schmich
Zuerst ver­öf­fent­licht in: Chi­gago Tri­bune, 1. Juni 1997
Fälsch­lich zuge­schrie­ben, aber mal von ihm zum Bes­ten gege­ben: Kurt Von­ne­gut
Berühmt gewor­den durch die Inter­pre­ta­tion von: Lee Perry in der Regie von Baz Luhr­man
Musik: Rozella „Everybody’s Free (To Feel Good)“, in der Ver­sion von Quin­don Tar­ver in Baz Luhrman’s „Wil­liam Shakespeare’s Romeo and Juliet„
Deutsch inter­pre­tiert von: Die­ter Brandecker

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Donnerstag, Mai 12th, 2011 | Author:

Da mich viele immer wieder fragen was ich bzw. Adconion bzw. Joost eigentlich machen hier einmal ein TechCrunch-Artikel dazu. So und jetzt wieder genug der Angeberei.

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Montag, Mai 02nd, 2011 | Author:

Es war so weit. Heute Morgen stand mein Besuch im Apple Store in Münchens Fussgängerzone an. Das Ziel: Ein Mini Display Port zu DVI Adapter für mein MacBook.
Die Schwierigkeiten fingen schon damit an das die Adapter gar nicht im Regal zu finden waren. Nach längerem Suchen dann die Nachfrage bei einem Verkäufer der dann einen Kollegen zu Rate ziehen musste der wiederrum nach längerem Suchen einen aus einer Schublade kramte. Dann folgte der Schock beim Blick auf das Preisschild: 29,00 €. Aber man hat ja keine Wahl. Also ab damit zur Kasse im unteren Stockwerk.

Dort erwartete mich eine mind. 15 Meter lange Schlange vor einem einzelnen Typ der dazu auch noch lange brauchte um auch nur mit einem Kunden fertig zu werden. Nach geschätzten 10 Minuten Wartezeit in der sich die Schlange nicht vorwärtsbewegte habe ich mir einen der Verkäufer gekrallt die ständig an einem vorbeiliefen und um eine weitere Kasse gebeten – es kämen gleich mehrere Kollegen. Weitere 10 Minuten später oder einen Meter näher an der Kasse, kam dann tatsächlich endlich auch einer. Einer, nicht zwei oder drei wohlgemerkt. Während der Wartezeit konnte ich beobachten wie ein anderer Verkäufer einen Kunden beim Kauf eines IPod beriet. Schwierig wurde es als der Kunde nachfragte wieviel Megapixel denn die Kamera darin hätte denn die Antwort des Verkäufers fiel anders aus als ich es erwartet hätte: „Das muss ich nachher mal googeln, das weiss ich auch nicht“.

Nun gut. Nach einer 3/4 Stunde war ich, ärmer an Geld und Nerven, aber dafür mit einem Adapter und neuen Erfahrungen wieder draussen. Hier hat Apple eindeutig noch einiges nachzubessern.

Sonntag, März 20th, 2011 | Author:

Anlässlich des 80. Geburtstages von Janosch, der eigentlich Horst Eckert heisst, hat der Bayrische Rundfunk einen Beitrag mit und über Ihn gemacht.

Besonders interessant an dieser gesamten Geschichte finde ich ja das er gerade mit dem Erfolgreich wurde was er der Welt aus Frustration und Niedergeschlagenheit eigentlich um die Ohren hauen wollte. Das hat etwas sehr sehr ironisches.

Ich kann es auch sehr gut verstehen wenn er sagt, das es Ihn umbringt wenn er heute Bücher sieht die unter seinem Pseudonym veröffentlich werden und die einfach nur schlecht sind.

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Dienstag, März 01st, 2011 | Author:

Montag, Februar 07th, 2011 | Author:

How Beer Saved The World from College Curb on Vimeo via Nerdcore.

Eine Dokumentation über Bier als größte Erfindung der Menscheitsgeschichte. Hochinteressant. Doch ist es wahr? Ich höre schon die Kritiker. Also, wer dazu etwas sagen kann (Ägyptologen, Historiker, Chemiker etc.) immer her damit. So lange gilt ab jetzt für mich der Status von Bier 🙂

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